Tierhilfe mit Herz
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Info zu LH

Leishmaniose:

    Die schlechte Nachricht: Leishmaniose ist beim Hund nicht heilbar.

    Die gute Nachricht: Ein mit Leishmaniose infizierter Hund kann im richtigen Umfeld und bei fachgerechter Behandlung ein langes und erfülltes Leben ohne Schmerzen oder Einschränkungen führen.

    Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass es natürlich problematische Krankheitsverläufe gibt, die mit dem Tod des Tieres enden können.

 

Leishmaniose ist eine in tropischen und subtropischen Gebieten der Welt verbreitete Erkrankung, die durch parasitäre Einzeller hervorgerufen wird. Diese Einzeller werden durch den Stich der Sand- oder Schmetterlingsmücke auf den Mensch, den Hund oder jeden anderen Warmblüter übertragen.

Leishmaniose hat eine relativ unbestimmte Inkubationszeit von 3 Monaten - 7 Jahren. Dies macht die Diagnose nicht einfach. Da die Symptome der Leishmaniose sehr vielfältig sind und die Krankheit teilweise in Schüben auftritt, ist es relativ schwierig, die Leishmaniose zu erkennen. Die häufigste Erscheinungsform ist die Hautleishmaniose.

 

Für den Besitzer natürlich am auffallendsten sind die sehr häufigen Hautveränderungen: Haarverlust bis zum stellenweisen Kahlwerden, nicht juckende Hautentzündungen um die Augen ("Brillenbildung"), an den Ohrrändern und auf der Nase, seltener auch an den Beinen und am Rumpf, Hyperkeratose (überschießende Hornbildung) an den Ballen und am Nasenspiegel, Krallenveränderungen.

 

Eine Auflistung weiterer typischer Symptome: Fieber, Leistungsminderung, Apathie, Gewichtsverlust, Lymphknotenschwellungen, Niereninsuffizienz und -versagen, Milzvergrößerung und Lahmheiten durch Gelenk- oder Knochenentzündungen.

Was muss ich im Zusammenleben mit einem erkrankten Hund beachten? Darf ich ihn impfen lassen?

Für das Zusammenleben mit einem Leishmaniose-positiven Hund bestehen keine festen Regeln. Der Umgang mit dem Hund richtet sich nach der Intensität der Erkrankung. Mit Hunden ohne klinische Symptome kann man sich uneingeschränkt bewegen, arbeiten und/oder spielen. Der Kontakt zu anderen Tieren und dem Menschen muss nicht eingeschränkt werden. Auch die empfohlenen Impfungen gegen Tollwut, Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Leptospirose sollten nicht vernachlässigt und in den empfohlenen zeitlichen Abständen erneuert werden. Bei klinisch kranken Hunden sollte dagegen die Vorgehensweise mit dem behandelnden Tierarzt abgesprochen werden. Leishmanien infizierte und klinisch kranke Hunde verfügen häufig nur über ein eingeschränkt arbeitendes Immunsystem, sodass sich bei diesen Tieren ein belastbarer Impfschutz kaum entwickeln kann. Hier gilt der allgemeine Grundsatz „so häufig wie nötig und so selten wie möglich“. Falls geplant ist, den Hund ins Ausland mitzunehmen, müssen außerdem die jeweils geltenden Impfbestimmungen berücksichtigt werden.

Je früher die Infektion erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Überlebenschancen des Vierbeiners. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die genannten Symptome oft auch Folge der schlechten Lebensbedingungen und Ernährung der Tiere im Süden sind. So müssen kahle Stellen und Augenentzündung nicht zwangsläufig mit der Diagnose Leishmaniose einhergehen. Eine ärztliche Untersuchung ist zwingend notwendig.

Diagnose:

Für die Diagnose wird dem Hund Blut abgenommen und zur Untersuchung auf Antikörper in ein Labor geschickt. Die Antikörper sind bereits 2-4 Wochen nach Ausbruch der Infektion nachweisbar. Gemessen wird der sogenannte Titer (Konzentrationsangabe von Antikörpern im Blut) – ein Begriff aus der Labormedizin. Zur Titer-Bestimmung verdünnt man das Blut und prüft, ob sich die Antikörper noch nachweisen lassen. Der letzte Verdünnungswert ist dann der angegebene Titer. Ein hoher Titer (Verhältnis 1:2000) deutet auf eine stark Infizierung hin: Der Körper setzt sich massiv mit der Krankheit auseinander. Ein Titer unter 1:80 gilt als negativ. Allerdings gibt es keine einheitlichen Werte: Deutsche Labore benutzen ein anderes System als z.B. italienische, so dass Werte verschiedener Institute nicht verglichen werden können. Den zuverlässigsten Test bietet hier eine Untersuchung des Knochenmarks. Der Nachweis ist aber schmerzhafter für das Tier, aufwändiger und deutlich teurer. Daher wird sie nur vereinzelt von Tierärzten angeboten.

 

Behandlung:

Zur Behandlung werden in der Regel zwei Medikamente verwendet.

Zum einen Allopurinol, ein in der Humanmedizin bekanntes Gichtmittel. Das Medikament ist nebenwirkungsarm und relativ preiswert. Bei den leichteren Fällen gehen die Symptome schnell zurück und das Tier erholt sich. Allopurinol wird oft verordnet, wenn die Krankheit erstmals ausbricht oder auch durchgehend zur Vorbeugung neuer Schübe bei chronisch infizierten Tieren.

Bei fortgeschrittenen oder schweren Fällen setzen die Mediziner Glucantime ein. Es wird unter genauer Beobachtung eines Arztes über einen längeren Zeitraum injiziert. Die Nebenwirkungen sind deutlich stärker. Begleitend sollte das Immunsystem gestärkt werden und eine Leberschutzbehandlung durchgeführt werden. Das Medikament ist deutlich teurer. Als Hausnummer muss für eine einmalige Kur bei einem 20 kg schweren Hund mit Kosten von ca. 500 Euro gerechnet werden. Mit rund 80% liegen die Chancen gut, dass die Symptome zurückgehen und der Hund beschwerdefrei wird. Voraussetzung ist, dass die Organe nicht zu stark geschädigt sind.

 

Die Forschung arbeitet intensiv am Thema Leishmaniose, so dass immer wieder neue Medikamente oder Wirkstoffkombinationen auf den Markt kommen.

Folgende Fragen sollten Sie klären und mit einem ausdrücklichen JA beantworten können:

 

    Haben Sie einen spezialisierten Tierarzt in der Nähe? (Mitteleuropäische Praxen sind oft überfordert mit der Thematik, da die Krankheit hier ansonsten nicht vorkommt.)

    Sind die zusätzlichen Kosten für Sie tragbar?

    Ist Ihre Familie und das Umfeld mit der Adoption eines erkrankten Hundes einverstanden?

    Haben Sie während des Urlaubs bzw. im Krankheitsfall jemanden, der den Hund kurzzeitig betreuen kann?

    Haben Sie sich damit auseinandergesetzt, dass Ihr Hund früher sterben könnte und dass das Sterben bei dieser Krankheit für alle Beteiligten sehr belastend sein kann?

Bitte lesen Sie auch die Erfahrungsberichte unserer Adoptanten, die bewusst einen LSH positiven Hund aufgenommen haben.

Viele Tipps und Infos erhalten Sie auch über das Leishmaniose Forum.

 

 

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